20. Januar 2016 | Posted in:Allgemein, Selbstverteidigung

In meinen Kursen werde ich immer wieder nach dem Einsatz von Reizgas,  Pfefferspray oderähnlichem gefragt. Vor allem Frauen wollen solche Sprays zur Selbstverteidigung nutzen. Im Folgenden möchte ich euch erklären warum Pfefferspray nicht genutzt werden sollte und welche Alternativen es gibt.

Warum kein Reizgas/Pfefferspray?

Reizgas oder Pfefferspray sollte nicht zur Selbstverteidigung eingesetzt werden. Das hat mehrere Gründe, zum einen haben viele Frauen diese Sprays in ihrer Handtasche. Im Ernstfall ist es also unmöglich das ganze herauszuholen, bevor der andere seinen Angriff beginnen kann. Zum anderen muss der Einsatz dieser Waffen geübt werden, Das heißt ich müsste wie bei jeder Waffe das richtige ziehen, die richtige Haltung und richtiges Zielen einüben. Dieses Training dürfte bei den wenigsten stattfinden. Ein weiterer Grund ist , dass diese Sprays oft zum Eigentor werden, wenn der Wind ungünstig weht, steht man in seiner eigenen Wolke. Außerdem kann das ziehen von Sprays die Situation noch mehr eskalieren, immer wenn der Täter glaubt er soll an der Flucht gehindert werden kann es zu mehr Gewalt kommen.

Welche Alternativen gibt es?

Die wohl wichtigste Alternative zum Einsatz von Sprays ist die eigene Flucht. Ich empfehle meinen Schülern immer sich fit zu halten, damit sie im Ernstfall möglichst schnell flüchten können.

Um ein besseres Gefühl von Sicherheit zu bekommen können Selbstverteidigungskurse durchaus Sinn machen. Diese schützen natürlich nicht vor Übergriffen jeglicher Art, aber man ist vorbereitet und entwickelt eine andere Einstellung. Auch das durch diese Kurse meist gestärkte Selbstbewusstsein hilft dabei das Täter einen nicht als Opfer sehen.

Wenn eine Flucht nicht möglich ist, dann gibt es sehr gute Alternative Mittel zum Selbstschutz. Das eine ist eine besonders helle Taschenlampe, diese Lampe können genutzt werden um potenzielle Angreifer zu blenden. Danach kann die eigene Flucht angetreten werden. Oft sind diese Taschenlampen auch mit einem Stroboskop-Effekt ausgestattet um eine noch größere Orientierungslosigkeit beim Angreifer zu hinterlassen.

Ein weiteres gutes Mittel sind Schrillalarme. Diese extrem lauten Geräte sorgen für Aufmerksamkeit, das wollen die meisten Täter nicht. Die aufmerksam gewordenen Leute können dann auch schneller angesprochen und um Hilfe gebeten werden. Hilfe kann in einem solchen Fall sehr wichtig sein, denn so habe ich Zeugen und kann den Täter abschrecken.

 

 

Sihing Dirk

WingTsun seit 2004 bei Sifu Olaf Komoss; seit 2005 Übungsleiter; 2008 Prüfung zum 1. TG bei GM Sifu Martin Dragos; 2015 Krav Maga Basic und Law Enforcement Instructor MAA-I seit 2008 eigene Schule in Verden (Aller); Referent für Deeskalation, Selbstverteidigung, Kindertraining

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